Dienstag, 11. Dezember 2007

MacPhoria III

Nun ist es bereits einige Monate her, seit ich mein MacBook zum ersten Mal eingeschaltet habe - Zeit für ein kleines Resümee.

Der Umstieg von Windows XP auf Mac OS X war absolut reibungslos - schon beinahe unspektakulär. Zwar unterscheiden sich beide Systeme hinsichtlich ihrer Bedienung stellenweise recht deutlich, doch der Mac gibt keine Fragen auf und jede Funktion läßt sich schnell finden und ausführen. Sollte das einmal nicht der Fall sein, hilft die Suchfunktion von Spotlight weiter.

Die Grundfunktionen, wie das Öffnen und Schließen von Fenstern, Kopieren, Verschieben und Löschen, sind bei beiden Systemen nahezu identisch. Anfangs ist es zwar etwas verwirrend, wenn einem der Mac beim Drücken der Eingabetaste auf einem Icon anbietet, die entsprechende Datei umzubenennen anstatt sie zu öffnen, doch schnell kommt man hinter die Vorzüge dieser Vorgehensweise. Denn so lassen sich das Dateien blitzschnell mit anderen Namen versehen, ohne das man dafür die Maus nutzen oder eine Tastenkombination bemühen müsste. Clever ist auch, dass der Mac automatisch fortlaufende Namen vergibt, wenn bereits Dateien oder Ordner mit fortlaufenden Namen vorhanden sind und man einen von ihnen kopiert.

Unter „Leopard“, der neuesten Version von Mac OS X lässt sich zudem fast jeder Dateityp blitzschnell über die Leertaste zur Ansicht öffnen - ohne dass erst das dazu gehörige Programm gestartet werden muss.

Zu guter Letzt konnte ich mich doch noch mit dem 1-Tasten Tochpad meines MacBook anfreunden. Mittlerweile habe ich mich daran so gewöhnt, dass mir die 2-Tasten-Variante von Windows-basierten Laptops ziemlich unkomfortabel erscheint. Das Besondere beim MacBook Touchpad liegt nämlich darin, dass es mehrere Fingerberührungen erkennt. So verhält sich das Touchpad anders, wenn es mit einem Finger bedient wird als wenn man zwei Finger benutzt. Beispiel: Ziehe ich einen Finger über das Touchpad, kann ich den Mauszeiger über den Bildschirm bewegen. Führe ich dieselbe Bewegung mit zwei Fingern aus (z.B. Zeige- und Mittelfinger gleichzeitig), kann ich den Inhalt des aktuellen Fensters scrollen. Möchte ich einen Links-Klick ausführen, bewegen ich den Mauskursor mit einem Finger über das entsprechende Icon und betätige die Maustaste. Für einen Rechtsklick lege ich einfach den zweiten Finger ebenfalls aufs Touchpad und klicke dieselbe Taste. Der Vorteil liegt ganz einfach darin, dass der Finger, welcher die Taste bedient, immer auf derselben Taste bleiben kann (es gibt ja auch nur eine), während sie bei Windows-Laptops ständig zwischen beiden Tasten hin und her springt, um einen Links- bzw. Rechtsklick auszuführen.

Um die Übergangsphase von Windows zum Mac zu überbrücken, ohne zwei Monitore, Tastaturen und Mäuse zu brauchen, hatte ich auf meiner Windows-Maschine einen VNC-Server installiert - nebst VNC-Client auf dem Mac. Auf diese Weise kann ich, wenn immer es notwendig ist, auf den PC zugreifen, so als säße ich tatsächlich davor. Allerdings war das einzige Programm, das ich in den vergangenen Monaten auf diese Weise genutzt habe, meine Buchhaltung. Hier gibt es auf dem Mac offenbar noch nichts Adäquates.

Ein Umstand, der mich wirklich verblüfft hat, ist die riesige Auswahl an Shareware und Public Domain Software für Mac OS X. Wie wahrscheinlich viele andere hatte ich die Apple-Plattform immer für etwas elitär gehalten - teures Spielzeug für Nutzer, die sich um den Preis der zu installierenden Software wahrscheinlich auch keine Gedanken machen. Doch dem ist nicht so. Von professionellen Geschäftslösungen über komplette Grafikprogramme, Layout-Programme bis hin zu Spielen und Systemwerkzeugen findet man im Mac Shareware- und Freeware-Regal fast alles, was man so braucht. So gut wie alle Programme, egal ob kommerziell oder kostenlos, werden gut und in kurzen Intervallen gepflegt. Die Updates kommen meist automatisch, so dass man sich nicht um die Aktualisierung kümmern muss. So lobe ich mir das!