Was beschäftigt die Welt zur Zeit am Meisten? Oder: Was beschäftigt uns Deutsche zur Zeit am Meisten? Es gibt, neben Flocke und Knut, im Augenblick nur einige wenige Themen in den Medien, die immer und immer wieder auf uns einprasseln: der weltweite Terror und der Krieg gegen den Terror, die Bildungslücken der Deutschen und die Angst vor persönlichen Bedrohungen, wie etwa durch Arbeitslosigkeit, Überschuldung oder Gewalt. Oh, und natürlich die Beschränkung unserer persönlichen Freiheit, die allerdings weniger auf uns hereinprasselt, sondern eher so nebenbei mit durchsickert. Könnte da vielleicht ein Zusammenhang bestehen?
Auf den ersten Blick ist schwer vorstellbar, was Jugendliche, die nicht lesen können oder Erwachsene, die ihr gesamtes Wissen aus der BILD beziehen, mit Terroranschlägen zu tun haben könnten. Und dennoch ist genau das der Fall. Es ist allerdings nicht so, dass gering Gebildete hingehen würden, um im heimischen Keller Bomben zu bauen, um damit irgendwelche Gebäude in die Luft zu sprengen. Das müssen sie auch gar nicht. Sie müssen einfach nur ungebildet genug sein, zu glauben, dass andere das tun. Oder tun wollen. Denn dann ist es ganz einfach ihnen zu sagen: "Eure Regierung will euch davor schützen. Und um das tun zu können, müssen wir eure Telefongespräche aufzeichnen. Und wir müssen auch auf eure Computer, ohne dass ihr etwas davon merkt. Um euch vor bösen Terroristen schützen zu können. Und übrigens: Ist Knut nicht total super knuddelig süß?"
Deutschland hat ein Bildungsproblem. Und das hat Deutschland schon seit Jahren. Und auch nicht nur Deutschland. Wir stehen noch vergleichsweise gut da. Und dennoch ist es ein Problem. Eines, das auch unserer Regierung bekannt ist - und unseren Medien. Es wird schon seit Jahren versucht, den "Grund" dafür herauszufinden. Sind die Lehrer schuld? Die sozialen Umstände? Die Frage, ob eine Lehrerin im Unterricht ein Kopftuch tragen darf oder nicht? Sind die Schüler desinteressiert? Oder einfach nur blöd? Liegt es an den Ausländern? Es gibt Dutzende Spekulationen, was der Grund für die Bildungsmisere sein könnte und in den Medien wird viel diskutiert. Aber es wird nie eine Lösung gefunden. Es gibt keine Antwort. Die Bildungskrise ist ein großes Problem für unseren Staat. Und bei großen Problemen tut der Staat doch alles, was in seiner Macht steht, um es zu beseitigen, richtig? Das Bildungsproblem beseitigt der Staat allerdings nicht - es wird immer schlimmer. Und die Mittel, die der Staat investiert, um es zu lösen, werden immer weniger. Es hat fast so den Anschein, als wäre dem Staat das Problem gar nicht so wichtig. Da kann man sich doch fragen: Vielleicht ist die Bildungskrise für den Staat gar kein Problem? Vielleicht ist die immer geringere Bildung seiner Bevölkerung für den Staat vielleicht sogar ganz nützlich. Denn je weniger wir von den Zusammenhängen in unserer Welt wissen, desto eher gelingt es dem Staat, uns irgend welchen Blödsinn zu erzählen, um so unsere Entscheidungen zu beeinflussen. Damit wir genau das tun, was der Staat von uns will. Und zwar freiwillig.
Weit her geholt? Nicht wirklich. Nehmen wir nur einmal Schäuble und seinen Überwachungsstaat. Erst kürzlich wurde ein Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung verabschiedet, welches dem Staat erlaubt, alle unsere Telefonate zu speichern - wann wir wie lange mit wem telefoniert haben und wo wir uns in dem Augenblick befanden. Sechs Monate lang. Auch unsere Internetzugriffe werden gespeichert: Welche Websites sehen wir uns an? Wann waren wir wie lange und wo im Internet? Was haben wir uns angesehen? Was haben wir gelesen? Alles das weiß der Staat - über jeden einzelnen von uns. Egal, ob wir je auch nur einen Strafzettel bekommen haben oder nicht. Und wozu? Um uns vor der Terrorgefahr zu schützen! Vor der Bedrohung durch islamische Fundamentalisten. Vor Bomben in Bussen und Bahnen. Damit wir uns auch weiter sicher auf die Straße begeben können. Dabei gab es in Deutschland noch nicht einmal einen einzigen Anschlag. Es gibt nur unsere Regierung, die uns weismachen will, dass es eine Bedrohung gibt. Und da wir zu blöd und zu uninformiert sind, um uns unser eigenes Bild zu machen, glauben wir das - und lassen brav die Hose runter.
Es gibt ja auch viel wichtigere Dinge, um die wir uns kümmern müssen. Ganz andere Dinge, die uns interessieren. Wir sehen uns lieber an, was bei Richter Hold wieder los ist, wie Bayern München spielt, wer Germany's Next Top Model wird oder amüsieren uns über den Blödsinn, den Dieter Bohlen von sich gibt. Ist ja auch viel spannender als unsere Persönlichkeitsrechte. Vielleicht haben wir aber auch echte Probleme: Vielleicht hat unser Arbeitgeber gerade wieder 2.000 Mann entlassen, obwohl er blendende Gewinne eingefahren hat. Vielleicht müssen wir uns um einen neuen Job kümmern? Vielleicht rauben unsere Schulden uns jeden klaren Gedanken: Es gibt eine Menge Dinge, die uns davon abhalten, über unseren Tellerrand hinaus zu schauen und uns mit unseren wirklichen Problemen zu befassen. Zufall?
Alle großen Medien in Deutschland - und das ist wichtig - sind in privater Hand. Mit Ausnahme der "Öffentlich Rechtlichen" - und die gehören quasi der Regierung. Das heißt nichts anderes, als dass es bei jedem großen Fernsehsender und bei jeder großen Zeitung eine Person oder eine Gruppe von Personen gibt, die bestimmen, was wir zu sehen bekommen und was nicht. Alles, was wir wissen, alles, was wir erfahren, wird von diesen Personen kontrolliert. Und noch wichtiger: Alles, was wir NICHT wissen. Denn das erfahren wir ganz einfach nicht. Obwohl es für eine wirklich gute Entscheidung vielleicht ganz wichtig wäre. Wenn wir wüssten, dass man irgend eine Schweinerei mit uns plant, würden wir uns ja dagegen wehren. Aber wir erfahren es nicht.
Doch wozu das alles? Warum sollten uns irgendwelche Firmen verblöden wollen? Warum sollte uns der Herausgeber der BILD verblöden wollen? Die Antwort ist ganz einfach: Sie wollen uns kontrollieren. Sie wollen nicht, dass wir zu viel denken. Schon gar nicht daran, was sie so vorhaben könnten. Sie wollen, dass wir uns gefälligst mit den Themen beschäftigen, die sie uns vorsetzen - wie irrelevant sie auch sein mögen. Und warum sollte unsere Regierung da mitspielen? Was hätte unser Staat davon? Gar nichts. Unsere Regierung hätte gar nichts davon. Nicht als Gruppe von zumeist ziemlich planlosen Politikern. Was man allerdings nicht vergessen sollte ist, dass Politiker nicht nur Politiker sind. Die meisten von ihnen haben noch ganz andere Funktionen in verschiedenen Unternehmen und Gruppierungen. Und als solche natürlich ganz andere Interessen. Nehmen wir zum Beispiel Otto Schily - den Vorgänger von Wolfgang Schäuble. Auch er hat sich für den Überwachungsstaat stark gemacht und biometrische Ausweise für jeden Bundesbürger gefordert. Heute arbeitet Schily im Vorstand von gleich zwei Biometrie-Unternehmen, die Hard- und Software für die Herstellung von Ausweispapieren, Chips und Techniken zur Personenidentifizierung produzieren. Zufall? Ich möchte gar nicht wissen, was Schäuble später so plant, mit den Daten, die er schon jetzt über uns zu sammeln beginnt.
Doch was ist eigentlich so schlimm an Datensammlung? Vielleicht haben wir gar nichts angestellt, was man uns vorwerfen könnte. Es kann doch jeder wissen, mit wem wir telefonieren. Ist doch nicht schlimm. Oh doch, ist es.
Derzeit gibt es nichts weiter als unser Grundgesetz, das uns davor schützt, dass jeder x-Beliebige daherkommen kann, um Einblick in unsere Daten zu verlangen. Momentan können wir uns nicht recht sicher fühlen. Solange wir nichts anstellen, kann (offiziell) niemand an die Daten heran, die der Staat über uns speichert. Doch es bedarf nur einer klitzekleinen Änderung am Grundgesetz und die ganze Geschichte sieht ganz anders aus. Schon könnte sich unser Arbeitgeber darüber informieren, ob wir chronische Krankheiten, bestimmte sexuelle Vorlieben oder Interessen haben, die ihm nicht passen. Noch vor dem Bewerbungsgespräch wüsste er alles über uns - bis hin zu unserem Lieblingsessen oder dem Gespräch, das wir kürzlich mit einem Freund über ihn geführt haben. Aber das ist noch lange nicht alles. Jeder könnte sich über uns informieren: Jede Bank, jedes Geschäft, jede Versicherung, jedes Bundesamt, das Finanzamt - jeder, der sich dafür interessiert, was wir so treiben. Und dass Gesetzesänderungen kein Ding der Unmöglichkeit sind, beweist uns unsere Regierung mit ungebrochenem Elan.
Aber das ist noch lange nicht alles: Stellen wir uns einfach mal vor, es gäbe einen Regierungswechsel. Stellen wir uns vor, irgend eine neue Regierung in der Zukunft wäre nicht so "freundlich", so "demokratisch" wie unsere jetzige. Auch diese Regierung hätte Zugang zu all unseren Daten.
Denken wir uns einen Schritt in die Zukunft! Viele von uns waren sicher schon in Foren oder irgendwo in einer Internet Community. Und einige von uns haben sich dort sicher schon kritisch geäußert. Irgend etwas gesagt, was den Betreibern der Community nicht passt. Wie schnell ist ein solcher Beitrag dann verschwunden. Oder wir haben plötzlich keinen Zugang mehr. Stellen wir uns das doch einmal in der realen Welt vor. Heute ist es nur der biometrische Ausweis. In Zukunft wird es der RFID-Chip sein, der alle Informationen über uns enthält: Unseren Ausweis, unsere Geldkarte, unseren Führerschein, unsere Krankenkarte. All das, was jetzt unsere Papiere sind wäre auf einem einzigen Chip, der seine Informationen per Funk preisgibt - und sich per Funk abschalten läßt. Nehmen wir nun einmal an, es gäbe tatsächlich eine Regierung, die weniger "demokratisch" ist als unsere jetzige. Würden wir eine solche Regierung kritisieren oder uns gar öffentlich gegen sie stellen, wäre es nichts mehr als ein Knopfdruck und sie könnte unseren RFID-Chip einfach abschalten. Mehr nicht. Plötzlich stünden wir ohne Identität da. Ohne Ausweis. Ohne Krankenversicherung. Ohne Konto. Ohne Wohnung. Ohne Eigentum. Ohne Stimme. Wir wären faktisch nicht mehr präsent. Wir könnten nichts einkaufen, nicht wohnen, nicht wählen, nicht arbeiten, nicht an der Gesellschaft teilnehmen. Klingt utopisch? Ist es aber nicht. Alles, was dazu notwendig ist, existiert bereits - dank unserer freundlichen Regierung. Hätte eine Gruppe von Mächtigen das Interesse, so etwas durchzusetzen, müsste sie uns nur weiterhin verblöden und manipulieren, damit wir sie an die Macht bringen - und während dessen fleissig Daten sammeln.
Reine Panikmache? Ganz und gar nicht. Wir müssen gar nicht so lange zurück denken, um Beispiele dafür zu finden, dass Regierungen und Organisationen genau das bereits getan haben. Erst vor 70 Jahren - gar nicht so lange her - haben die Nazis ein ganzes Volk dazu gebracht, einen völlig Verrückten zum Staatsherrn zu wählen und gegen die ganze Welt in den Krieg zu ziehen. Und die Regierung der USA hat ihr ganzes Land dazu gebracht, einen Krieg wegen "atomarer Waffen" anzuzetteln, die es gar nicht gibt. Die katholische Kirche macht Millionen von Menschen Glauben, es gäbe einen unsichtbaren Mann im Himmel. Und unsere eigene Regierung erzählt uns jeden Tag, wir würden von Terroristen bedroht. Wir sollten uns wirklich fragen, wozu. Und etwas dagegen tun, solange wir es noch können.
Übrigens: Wer mehr darüber wissen möchte, wie wir schon heute fleißig manipuliert werden, sollte sich ZEITGEIST ansehen - und damit kommen wir auch schon wieder zum Titel dieses Eintrags. ZEITGEIST ist ein zweistündiger Film, der sich auf jeden Fall lohnt. Er kann kostenlos heruntergeladen werden!
Der Film auf Deutsch: http://infokrieg.tv/zeitgeist_deutsch.html
Informationen auf Englisch: http://www.zeitgeistmovie.com/
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